Schon im ersten Buch wird angedeutet, dass Steven, ein Vampir, etwas mit einem Wandler hatte. Das ist etwas, das in einer Welt, in der sich Vampire und Wandler traditionell eher hassen, eigentlich unmöglich scheint.
Und nun hat er eine Affaire mit Luke, einem Wolfswandler.
Dabei trägt Steven die Erinnerung an eine verbotene Affäre mit Castor in sich, einem geheimnisvollen Wandler, der vor fünfzehn Jahren nach einer intensiven Affaire auf einmal verschwand. Damals wusste Steven nicht einmal, welcher Spezies Castor angehörte.
Castor ist ein Puma-Wandler, ein Einzelgänger und Wanderer, der inzwischen in Tiflis gestrandet ist. Dort gerät er in eine Falle: Nachdem er in einer Bar von einem Wolf angebaggert und niedergeschlagen wird, verwandelt er sich instinktiv, Einen Moment, den seine Entführer nutzen, um ihm ein Kontrollhalsband anzulegen. Er erwacht in einem Käfig, umgeben von anderen gefangenen Wandlern.
Hinter den Entführungen steckt Ygor, ein Wolfswandler, der ursprünglich Wandler bestrafen wollte, die sich artfremd paaren. Doch bald entdeckt er, wie lukrativ es ist, Wandler gegeneinander kämpfen zu lassen. Sein grausames Geschäftsmodell floriert und Castor soll schon bald gegen einen Bären antreten, der seine Menschlichkeit verloren hat. Castor gelingt die Flucht, doch Ygor bleibt ihm dicht auf den Fersen.
Währenddessen sind Steven, Luke und Tanner auf der Suche nach Informationen über Catyns Herkunft. Catyn, ein Wandler-Hybrid, hatte sich im ersten Buch überraschend verwandelt und Steven’s Ziehsohn Nikolajew zu seinem Gefährten gewählt, ein Ereignis, das viele Fragen über seine Abstammung aufwirft. Die Spur führt die drei schließlich direkt zu Castor, der auf der Flucht vor Ygor und dessen Rudel ist. Steven erkennt ihn sofort, und auch Castor spürt die alte Verbindung. Zwischen ihnen scheint ein unsichtbares Band zu existieren, über das sie miteinander kommunizieren können und da Steven inzwischen ebenfalls ein zartes Band zu Luke aufgebaut hat, kann auch Luke Castor hören.
Ygor wittert darin das Geschäft seines Lebens: einen Puma und einen Vampir zu verkaufen, vielleicht sogar gemeinsam.
Diesmal sind auch Menschen involviert , darunter ein ehemaliger Vampirjäger, voller Hass und vom eigenen Zirkel verstoßen, der nun im Handel mit Wandlern ein neues Betätigungsfeld gefunden hat. Als er von dem Vampir erfährt, wird er sofort gefährlich aufmerksam.
So geraten Steven und Castor zwischen mehrere Fronten, während Luke und Tanner in Ygors Gewalt geraten. Steven setzt alles daran, die beiden zu befreien, nicht nur wegen der Verantwortung, sondern auch wegen der Gefühle, die er sowohl für Luke als auch für Castor entwickelt. Die Dynamik zwischen den dreien wird immer intensiver, emotionaler und komplizierter.
Die Geschichte entfaltet sich in einer auktorialen Erzählweise, die zwischen den Perspektiven der Protagonisten wechselt und daran muss man sich erst einmal gewöhnen.
Es lohnt sich aber sich darauf einzulassen.
Man taucht tief in eine moderne Welt ein, in der Vampire und Wandler mitten unter uns leben, geprägt von Konflikten, Vorurteilen, Rivalitäten und Machtspielen, aber auch von Loyalität, Sehnsucht und verbotenen Bindungen.
Die Handlung ist komplex, actionreich und voller emotionaler Momente, die einen ununterbrochen mitfiebern lassen.
Besonders die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen Steven, Luke und Castor entwickeln wird, treibt einen durch die Seiten.
Mit seinen vielschichtigen Charakteren und der dichten Atmosphäre ist das Buch so packend, dass man es kaum aus der Hand legen möchte.
Lesetipp: ja